Strom in der Region

Ab März gültig: das neue Energielabel für Elektrogeräte

Was sich ändert, welche Vorteile es mit sich bringt und welche Haushaltsgeräte erst später umgestellt werden, erfährst du hier.

26. Februar 2021 - Lesezeit: 8 Min

Feinere Unterschiede zwischen den einzelnen Klassen und einfacheres Berechnen des eigenen Stromverbrauchs: Mit dem neuen Energielabel können ab 1. März 2021 einige Elektrogeräte wie Kühlschrank, Waschmaschine und Co. noch besser nach ihrer Energieeffizienz beurteilt werden. Was sich ändert, welche Vorteile es mit sich bringt und welche Haushaltsgeräte erst später umgestellt werden, erfährst du hier.

EU-Energielabel: Das ändert sich!

Kühl- und Gefriergeräte, Spülmaschinen, Waschmaschinen, Waschtrockner, Monitore und Fernseher erhalten ab dem 1. März 2021 ein neues, überarbeitetes Energieeffizienzlabel – dann gibt es zukünftig nur noch die Klassen A (grün) bis G (rot). Die ehemaligen Bestklassen „A++“ und „A+++“ fallen weg. Dadurch soll das Label wieder aussagekräftiger werden, nachdem in den vergangenen Jahren fast alle neuwertigen Elektrogeräte in den Bestklassen lagen. Für Verbraucher war eine Einschätzung, welche Geräte tatsächlich weniger Energie benötigen, kaum noch möglich.

Durch die Umstellung werden sich viele aktuelle Modelle künftig in deutlich schlechteren Klassen wiederfinden, denn: Mit der neuen Skala steigen auch die Anforderungen an die Sparsamkeit der Geräte. So befindet sich beispielsweise ein Großteil der heutigen „A+++“-Kühlschränke künftig nur noch in der Klasse D. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie teilt mit, dass voraussichtlich noch gar kein Gerät die Bedingungen für die neuen Klassen A und B erfüllen wird. Der Grund: Dadurch soll Platz für technologischen Fortschritt bleiben. 

Neue Messmethoden und Anforderungen an die Langlebigkeit

Da zudem auch die Messbedingungen und Berechnungsverfahren angepasst wurden, sind die Werte auf alten Labels nicht mehr mit den neuen Angaben vergleichbar. Für Waschmaschinen, Waschtrockner und Geschirrspüler werden die Energieverbräuche jetzt pro 100 Wasch- bzw. Betriebszyklen in kWh (Kilowattstunden) im Eco-Programm angegeben – bislang bezogen sich diese Werte auf 280 Spülgänge oder 220 Waschladungen. Eine Änderung, die vor allem Verbrauchern zugute kommt: „Dadurch lässt sich der tatsächliche Verbrauch im jeweiligen Haushalt viel einfacher berechnen, als es bisher der Fall war“, erläutert Energieberaterin Heike Baumann vom E-Werk Mittelbaden.

Neu ist außerdem die sogenannte Ressourceneffizienz, die in die Bewertung einfließt: Wichtige Ersatzteile wie Motoren oder Pumpen müssen zukünftig sieben bis zehn Jahre nach Verkaufsstart noch verfügbar, binnen 15 Arbeitstagen lieferbar und mit allgemein verfügbarem Werkzeug austauschbar sein. All das kommt dem Verbraucher zugute.

Dank QR-Code & App: alle Informationen auf deinem Endgerät

Doch nicht nur die Anforderungen an die Geräte haben sich geändert: Mit dem neuen Energielabel sollen Verbrauch, Effizienz und Co. noch transparenter gemacht werden. Auf den neuen Labels ist oben rechts ein QR-Code zu finden – wird dieser gescannt, gelangt der Kunde direkt zur Europäischen Produktdatenbank, wo zu jedem Gerät elektronische Produktdatenblätter und weitere, wertvolle Informationen hinterlegt sind. 

Was auf dem jeweiligen Label eines Elektrogeräts zu finden ist, verrät in Zukunft außerdem auch eine App fürs Smartphone. Der „Energielabel-Kompass“ bietet einen einfachen Überblick über alle momentan existierenden Label und die darauf enthaltenen Daten und Informationen.
 

Auf einen Blick: 5 Vorteile des neuen Labels

  • 1. Noch bessere Unterscheidung
    Durch eine feinere Abgrenzung zwischen den einzelnen Energieeffizienzklassen lässt sich der Energieverbrauch zukünftig noch schneller und genauer einschätzen.
  • 2. Höhere Anforderungen
    Das lässt Raum nach oben. So ballen sich nicht mehr alle Modelle in den Bestklassen, sondern verteilen sich auf die gesamte Skala.
  • 3. Verändertes Prüfverfahren
    Durch die Annäherung an echte Nutzungsbedingungen im Haushalt bezieht sich die Einstufung nun noch mehr auf die tatsächliche Effizienz in der alltäglichen Nutzung.
  • 4. Leichtere Umrechnung
    Die Verbrauchsangaben in Kilowattstunden sind zukünftig leichter mit dem eigenen Alltag abzugleichen. Bei Wasch- und Geschirrspülmaschinen bezieht sich der Energieverbrauch künftig immer auf 100 Durchgänge pro Jahr. 
  • 5. Digitale Unterstützung
    Durch QR-Codes und die Energielabel-Kompass-App lassen sich schnell und einfach Informationen zum jeweiligen Gerät abrufen.

Umstellung aller Geräte bis spätestens 2026 geplant

Ab dem 1. März hat der Handel 14 Tage Zeit, um die neuen Labels anzubringen. Dann muss auch in der Werbung für ein Produkt die jeweilige Energieeffizienzklasse aufgeführt werden. Ab September 2021 gilt das neue Energieeffizienzlabel dann auch für Leuchtmittel, die Einordnung weiterer Produkte wie Backöfen, Staubsauger und Heizungen soll voraussichtlich bis 2026 erfolgen.

Durch die Umstellung auf das neue Label erhofft sich die Europäische Kommission einen geringeren Energie- und Wasserverbrauch: Allein bei Waschmaschinen und Waschtrocknern sollen bis 2030 jährlich rund 711 Millionen Kubikmeter Wasser eingespart werden können.  
 

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