Energie für Champions

Eignungs-Check Solar zeigt, ob es sich lohnt

Die Verbraucherzentrale und das Wirtschaftsministerium fördern die Beratung.

Der Eignungs-Check Solar

© Dimitri Dell

30. Juni 2020 - Lesezeit: 8 Min

Hesso Gantert ist Geschäftsführer der Ortenauer Energieagentur GmbH. Mit seinen Kollegen, Ingenieuren und Technikern, bietet er für Verbraucher den Eignungs-Check Solar an. Die unabhängigen Experten beraten, ob sich eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Eigenheims lohnt. Die Antwort lautet meistens: Ja.

Herr Gantert, wer oder was ist die Ortenauer Energieagentur?

Die Ortenauer Energieagentur ist eine nicht gewinnorientierte Gesellschaft, die Verbraucher rund um das Thema Energie berät – etwa, wenn es um den Heizungstausch, Solarenergie oder die Optimierung von Gebäudehüllen geht. Außerdem engagieren wir uns im kommunalen Energiemanagement, weisen auf Einsparpotenziale hin, führen Hausmeisterschulungen durch und halten Vorträge in Schulen. Wir beraten bei der Dimensionierung von Anlagen, beim Beantragen von Fördermitteln und was die gesetzlichen Leitplanken betrifft. Immer bewegt uns das Thema Energieeffizienz.

Was genau sind die Leistungen für private Verbraucher?

Unsere zwei Beratungsschwerpunkte im privaten Bereich sind einmal Gebäudechecks, bei denen wir den Stromverbrauch erfassen und die Gebäudehülle und die Wärmeverteilung im Haus auf Einsparpotential überprüfen, und einmal der Eignungs-Check Solar.

Stichwort Eignungs-Check Solar: Was ist das?

Beim Eignungs-Check Solar helfen wir Verbrauchern, die sich Fragen stellen wie: „Ist das Dach meines Hauses für eine Fotovoltaikanlage geeignet?“ oder „Lohnt sich das für mich?“ Nach eingehender Prüfung können wir als Unabhängige gemeinsam mit ihnen meistens beide Fragen mit „Ja“ beantworten.

Wie läuft so ein Check ab?

Zuerst schauen wir uns das Dach an. Wenn erstens die Ausrichtung stimmt und es zweitens nicht sanierungsbedürftig ist, können wir Punkt eins abhaken. Also schauen wir uns als nächstes den Stromverbrauch an. Der ist für die Berechnung der Größe einer möglichen Anlage nämlich häufig ausschlaggebend. Denn je mehr Strom Sie von Ihrer eigenen Anlage nutzen, desto wirtschaftlicher ist sie. In der Regel ist eine Eigenverbrauchsquote von 30 Prozent machbar. Weiter schauen sich unsere Ingenieure an, wie die Leitungsführungen verlaufen und der Wechselrichter montiert werden könnte und ob der bestehende Zählerschrank ausreicht. Darauf folgt die Beratung – es gibt verschiedene steuerliche Varianten und häufig kommen auch Fragen zur Förderung in Form der Einspeisevergütung auf.

Was kostet der Eignungs-Check Solar?

Für Sie als Verbraucher kostet er 30 Euro. Die Verbraucherzentrale und das Wirtschaftsministerium übernehmen die übrigen 285 Euro, ohne dass Sie etwas dafür tun müssen. Ein großer Vorteil für Sie: Nach dem Check bekommen Sie einen unabhängigen Bericht, der die Ergebnisse zusammenfasst. Sie brauchen sich nur noch um das Angebot vom Installateur oder Ihrem Energieversorger zu kümmern. Also, einfach Beratungstermin bei der Ortenauer Energieagentur vereinbaren, Antrag ausfüllen und fertig. Um alles Weitere kümmern wir uns.

Warum lohnt es sich mehr, den eigenen Strom selbst zu verbrauchen als ihn einzuspeisen?

Die EEG-Umlage sinkt kontinuierlich weiter. Für den Strom, den Sie beziehen, berechnet Ihnen Ihr Energieanbieter dagegen 30 Cent. Das macht einerseits das Einspeisen weniger attraktiv als noch vor Jahren. Andererseits lässt das den Wert des eigenverbrauchten Stroms unberührt. Für jede Kilowattstunde, die Sie weniger von außen beziehen, sparen Sie 30 Cent. Manche Hausbesitzer investieren deshalb zusätzlich in einen Energiespeicher.

Wie steigere ich meine Eigenverbrauchsquote?

Einfach gesagt: Sie müssen dann Strom verbrauchen, wenn die Sonne scheint. Ich beschreibe das gerne anhand von zwei Beispielhaushalten. In Haushalt A leben zwei Erwachsene und zwei Kinder. Tagsüber sind alle aus dem Haus und anstatt von Verbrauchsspitzen gibt es in der Zeit nur ein kleines Grundrauschen. Die Kinder sind währenddessen in Haushalt B bei ihren Großeltern und spielen Playstation. Die Großeltern selbst sind rüstige Jungrentner, die den ganzen Tag über Strom verbrauchen, Waschmaschine und Spülmaschine laufen. In Haushalt A läuft der Stromzähler dagegen abends auf Hochtouren. Haushalt A erreicht keine hohe Eigenverbrauchsquote, wenn Sie vormittags viel Strom produziert, Haushalt B dagegen schon. Die Spanne liegt in der Praxis zwischen 20 und 50 Prozent.

Haushalt A hat also Pech?

Nicht zwangsläufig. Wenn das Haus ein Satteldach mit Ost-West-Ausrichtung hat, empfiehlt es sich, den größeren Teil der Anlage auf die Westseite zu verlegen, um die Abendstunden zu nutzen. Dann lohnt es sich auch für sie.

Kann man also aufgrund des Verbrauchs nicht einfach pauschal vorhersagen, ob es sich lohnt?

Doch, das kann man. Und die Antwort ist meistens: Ja. Ein Beispiel für ein Ausschlusskriterium wären nur etwa hohe Bäume, die das Dach beschatten und regelmäßig stark beschmutzen.

Flachdach oder Satteldach – ist das eine Frage?

Nicht wirklich. Beim Flachdach besteht die Notwendigkeit, die Panels aufzuständern. Andererseits ist das auch eine Chance für eine optimale Ausrichtung. Beim Satteldach haben Sie die Ausrichtung bereits und können nur mit der Verteilung spielen. Für beide Varianten gilt: Eine Fotovoltaikanlage ist mehr oder weniger wartungsfrei.

Und was ist, wenn ich im Garten Platz hätte – lohnt sich eine Fotovoltaikanlage da ebenfalls?

Das lohnt sich erst, wenn wir von einer Fläche von mehreren Hektar sprechen. Die Freiflächenvergütung ist nämlich deutlich niedriger. Um dennoch was zu tun, beteiligen Sie sich lieber an einer Energiegenossenschaft.

 

Fotos: Dimitri Dell

Kontakt Ortenauer Energieagentur

Die Ortenauer Energieagentur berät interessierte Bürger unabhängig und neutral zu Energieeffizienz, Heizung, Gebäudesanierung etc. In Kooperation mit der Verbraucherzentrale werden Gebäudechecks und der Eignungs-Check Solar angeboten. 

Freiburger Straße 41, 77652 Offenburg
0781/924619-0, info [at] ortenauer-energieagentur.de

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