Strom in der Region

Cleveres Messkonzept: Mit der Kaskadenschaltung bares Geld sparen

So kombinierst du Wärmepumpe und Photovoltaikanlage mit dem richtigen Messkonzept.

Kundin Hana Haakshorst aus Seelbach

Fotocredit: Oliver Gewald, Kresse & Discher

4. Dezember 2020 - Lesezeit: 5 Min

Strom von der eigenen Photovoltaikanlage und der günstige Wärmepumpen-Sondertarif vom E-Werk Mittelbaden lassen sich clever kombinieren – vorausgesetzt du nutzt beim Strommesskonzept eine sogenannte Kaskadenschaltung. Im Video und in unserer Checkliste findest du alle wichtigen Informationen.

Einfach clever: die Kaskadenmessung

Du hast zu Hause sowohl eine Photovoltaikanlage als auch eine Wärmepumpe? Glückwunsch – das ist eine perfekte Kombination! Schließlich produziert die Solaranlage einen Teil des Stroms, den die Wärmepumpe benötigt. Um für den restlichen Strombedarf deiner Wärmepumpe besonders günstige Konditionen (Wärmepumpen-Sondertarif) zu erhalten, sollten deine Zähler in einer Kaskade geschaltet sein. Wie das im Einzelnen funktioniert, kannst du in unserem Fakten-Check weiter unten nachlesen.

Leider kann bei der Kombination von PV-Anlage und Wärmepumpe auch einiges schieflaufen. Denn wenn das falsche Messkonzept hinterlegt ist, bezahlt man schnell zu hohe Stromkosten. So wie Hana Haakshorst aus Seelbach bei Lahr ...

Aus den Fehlern anderer lernen? Aber sicher!

Die selbstständige Physiotherapeutin aus Seelbach traute ihren Augen nicht: Beim Blick auf die Abschlussrechnung fiel ihr auf, dass ihre Luft-Wasser-Wärmepumpe nicht mit dem günstigen Wärmepumpenstrom-Tarif berechnet wurde, sondern mit normalem Haushaltsstrom. „Ich habe mich natürlich gewundert, weil ich bisher andere Tarife gewöhnt war“, sagt Hana Haakshorst. Daraufhin wendete sich die couragierte Dame an das E-Werk Mittelbaden und erhielt kompetente Unterstützung von Energieberater Konrad Geppert.

„Ich erlebe leider immer wieder bei Kunden, dass das Messkonzept nicht stimmt. Deswegen mein Tipp an alle PV-Anlagen-Besitzer: Lasst euch im Vorfeld fachmännisch beraten!“

Vier Dinge, die du über die Kaskadenmessung wissen solltest

 

1. Wann macht die Kaskadenmessung Sinn?

Idealerweise kommt dieses spezielle Strommesskonzept zum Einsatz, wenn der erzeugte Strom einer Photovoltaikanlage in einem Haushalt und einer Wärmepumpe genutzt werden soll.
 

2. Warum braucht es bei der Kaskadenmessung zwingend zwei Zähler?

Es braucht zwei Zähler, damit die Wärmepumpe vom vergünstigten Wärmepumpenstrom-Tarif profitieren kann. Dazu muss man wissen, dass Wärmepumpen (wie auch Elektroautos) sogenannte steuerbare Verbrauchseinrichtungen sind. Nach §14a EnWG (Energiewirtschaftsgesetz) dürfen Netzbetreiber steuerbare Verbrauchseinrichtungen, die über einen separaten Zählpunkt verfügen, ein reduziertes Netzentgelt berechnen. Folglich kann der Strom für Wärmepumpen günstiger angeboten werden.
 

3. Wie werden die Zähler geschaltet?

Die Zähler werden in Kaskade, das heißt hintereinander in Reihe geschaltet. Dabei wird über einen Zähler (Z1) sowohl der Bezug des Heizungsstroms wie auch des Haushaltsstroms gezählt. Der zweite Zähler (Z2) misst lediglich den Haushaltsstrom.

Um den Strombezug der Wärmepumpe zu ermitteln, ziehst du einfach vom Zählerstand des Summenzählers (Z1) den Zählerstand des Haushaltszählers (Z2) ab. Wichtig zu wissen: Die Strommenge, die über die jeweiligen Verbraucher bezogen wird, beinhaltet nicht den genutzten Photovoltaik-Strom. Dieser lässt sich jedoch mithilfe der beiden Zähler (Z1 und Z2 sowie der Wechselrichterdaten) ermitteln. Gerne hilft dir dein Energieberater vom E-Werk Mittelbaden bei der Berechnung.

Das Ergebnis: Durch die Kaskadenschaltung kann die Wärmepumpe sowohl im Eigenverbrauch der Photovoltaikanlage betrieben werden, als auch einen vergünstigten Wärmepumpenstrom-Tarif in Anspruch nehmen.
 

4. Lohnt sich die Kaskadenschaltung grundsätzlich?

Um diese Frage abschließend zu beantworten, musst du wissen, dass auch der zweite Zähler mit einer jährlichen Grundgebühr von zurzeit 120 Euro zu Buche schlägt. Entsprechend müssen diese Mehrkosten an einer anderen Stelle kompensiert (erwirtschaftet) werden.

Ein einfaches Rechenbeispiel zeigt: Die Differenz zwischen Haushaltsstrom und Wärmepumpenstrom liegt aktuell bei 7 Cent. Somit entsprechen 120 Euro: circa 1.700 kWh. Das heißt: Ab 2.000 kWh Heizstromverbrauch (Mehrkosten Zählerplatz berücksichtigt) ist es sinnvoll, einen separaten Zähler für die Wärmepumpe zu installieren. Sollte der Grundpreis für Eintarifzähler, wie geplant, 2021 auf 65 Euro fallen, ist ab 1.000 kWh Wärmepumpenstrom der 2. Zähler für die Wärmepumpe sinnvoll. Ist der separate Zähler installiert, solltest du die Kaskadenschaltung unbedingt anwenden!

Grundsätzlich gilt: je höher der Verbrauch der Wärmepumpe, desto größer auch die potenziellen Einsparungen durch einen zweiten Zähler und somit die Kaskade.

Was ist für mich das richtige Messkonzept?

Vereinbare mit Energieberater Konrad Geppert deinen persönlichen Beratungstermin. Gerne per Mail an geppert.konrad [at] e-werk-mittelbaden.de oder telefonisch unter 0781 280-223.

 

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