Die Zeit für Sand unter den Füßen, Sonne auf der Haut und Salz auf der Zunge neigt sich dem Ende zu. Die kühlen Nächte, windigen Sonnentage und wunderbaren Farbenspiele gewinnen die Oberhand. Die perfekte Zeit endlich wieder den Drachen steigen zu lassen.

Wer denkt nicht an seine Kindheit zurück? Die unzähligen Versuche, den Drachen in der Luft zu halten und das häufige Scheitern. Laune im Keller. Doch ist er dann mal oben, ist der Spaß vorprogrammiert. Eine Beschäftigung für Groß und Klein – für die ganze Familie.

Große Freiflächen, freie Wiesen und Felder ohne Bäume eignen sich am besten dafür – denn: je windiger, desto besser. Außerdem ist es wichtig, nicht in der Nähe eines Flughafens den Drachen steigen zu lassen, dort fliegen andere Brummer in der Luft, die ungern Besuch von Fremden bekommen. Ein Abstand von sechs Kilometern zum Flughafen muss eingehalten werden. Wussten Sie, die Drachenschnur darf laut Luftverkehrsordnung nicht länger als 100 Meter sein und der Drachen soll mindestens in 600 Metern Entfernung von Straßen, Stromleitungen und Bahnstrecken fliegen.

Ein Drache in der Stromleitung - Was nun?

Viele Fragen sich jetzt sicher: „Was passiert überhaupt, wenn sich der Drachen in einer Stromleitung verfängt? Ist das gefährlich? Was muss ich beachten?“ Wir haben Matthias Böhmann, unseren Leiter des Netzservices, für Sie befragt.

"In seltenen Fällen verursacht der Drachen unmittelbar einen Kurzschluss und verbrennt. Wenn sich - wie in den meisten Fällen - der Drachen jedoch nur in der Leitung verfangen hat, ist das Wichtigste: die Leine nicht mehr anfassen, sich vom Drachen entfernen und unter keinen Umständen selbst einen Bergungsversuch starten. Selbst bei Verwendung von Drachenleinen aus nicht leitfähigen Materialen, wie Polyester oder Kevler, kann es durch Feuchtigkeit in der Leine zu Verbrennungen oder gar lebensbedrohlichen Stromschlägen führen.“ Böhmann weiter: „auch wenn es weh tut, den geliebten Drachen dort oben zurückzulassen, ist es wichtig, uns zu verständigen, damit wir den Drachen aus der Leitung entfernen und weitere Schäden verhindern können. Selbst wir als Fachleute schalten die Leitung vor der Bergung aus und nähern uns ihr lediglich in speziellen Schutzanzügen."

Ein- oder Zweileiner? Das richtige Drachenmodell ist die halbe Miete!

Ein- oder Zweileiner? Das richtige Drachenmodell ist die halbe Miete!

Die begehrtesten Drachen sind die Ein- und Zweileiner. Sie unterscheiden sich in der Anzahl der Schnüre, an denen der Drachen befestigt ist. Für Neulinge ist ein Einleiner optimal. Lenkdrachen erfordern etwas mehr Übung und für die richtigen Profis gibt es Vierleiner, mit denen verschiedene Tricks absolviert werden können.

Beim Material sollten Sie wissen, Stoffdrachen sind wesentlich stabiler als Papierdrachen – diese überleben auch den ein oder anderen ungewollten Absturz. Außerdem beim Kauf beachten, dass eine Waageschnur vorhanden ist – sie bildet die Verbindung zwischen Drachen und Flugleine; verteilt dadurch die Zugkraft auf mehrere Punkte des Gestänges.

Last but not least: Handschuhe anziehen – die schützen vor schmerzenden Händen von der Drachenschnur!

Wenn Sie diese Tipps beachten, steht dem Herbst und der ersten Flugstunde nichts mehr im Weg. Wir wünschen viel Gelingen und Durchhaltevermögen, auch wenn es nicht gleich beim ersten oder zweiten Versuch klappt – schließlich macht Übung den Meister!

 

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