Die Bereitstellung von Kälte aus Abwärme ist eine Möglichkeit, Kälte sehr energieeffizient bereitzustellen.

Wenn diese Abwärme aus einem Prozess oder aus einer solarthermischen Wärmebereitstellung im Sommer zur Verfügung steht, ohne dass diese Abwärme anderweitig genutzt werden kann, sind diese Systeme in aller Regel primärenergetisch günstiger als eine konventionelle Kältebereitstellung mit Kompressionskältemaschinen.

Wird diese Abwärme allerdings aus einer Kraft-Wärme-Kopplung bereitgestellt, ist die Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung (KWKK) nicht unbedingt primärenergetisch günstiger als eine getrennte Kälteerzeugung mit konventioneller Technik.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht steht ein Betreiber vor einer komplexen Fragestellung, die zudem mit vielen Risiken verbunden ist:

  • Fördersituation (z.B. KWKAusbauG, EEG und EEWärmeG, lokale und regionale Programme),
  • Bewertung im Rahmen der EnEV2009,
  • Einspeisevergütung, Preisentwicklung von Strom und (Bio-)Gas und Wartungskosten, sowie
  • Prognose der Abnahmestruktur über bis zu 20 Jahre.

Aus energiewirtschaftlicher Sicht kommen weitere Aspekte hinzu. Einerseits können KWK-Anlagen als netzreaktive Systeme Schwankungen in der Bedarfsstruktur der öffentlichen Stromversorgung ausgleichen. Andererseits müssen die so erzielbaren energiewirtschaftlichen Vorteile eine mögliche Effizienzminderung bei der konkreten Energieanwendung klar übersteigen.

In diesem Umfeld stellen sich mehrere Fragestellungen, die hervorragend im Maßstab eines Technikums untersucht werden können:

  • Auswahl der Komponenten unter Berücksichtigung der realisierbaren Temperaturspreizung,
  • Systemabstimmung,
  • Evaluation der Energieeffizienz im Vergleich zu Alternativtechnologien,
  • Regelbarkeit und Betriebsführungskonzept unter besonderer Berücksichtigung der Einbindung thermischer Speicher.

Damit werden die technischen Grundlagen für eine umfassende betriebs- und energie-wirtschaftliche Bewertung gelegt.

17.06.2016 Pressemeldung zur Inbetriebnahme

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