E-Werk Mittelbaden unterstützt das Engagement der Tafel Offenburg

Von links: Christine Huber, Schatzmeisterin der Tafel Offenburg, Wolfhart von Zabiensky, 1. Vorsitzenden der Tafel Baden-Württemberg e.V., und Roland Benetz,Technik/Fuhrpark, bei ihrem Besuch im E-Werk Mittelbaden mit Vorstand Dr. Ulrich Kleine (2. von links). Die Aufnahme entstand vor Bekanntgabe des Kontaktverbots im Februar 2020

Erneut spendete das E-Werk Mittelbaden der Tafel Offenburg einen Betrag in Höhe von 2.500,- Euro. Gründe für die Unterstützung gibt es zahlreiche: Die Tafel Offenburg hilft bis zu 1300 bedürftigen Familien mit dem Einkauf von vergünstigten Lebensmitteln. Dazu zählen nicht nur Langzeitarbeitslose, sondern auch Menschen, deren Einkommen kaum für den Lebensunterhalt reicht. Immer häufiger sind Kinder und Jugendliche von Armut bedroht. Gleiches gilt für Seniorinnen und Senioren mit einer niedrigen Rente. Auch für Migranten sind Tafeln oft die erste Anlaufstelle, wenn es um Rat, Hilfe oder Unterstützung geht.

Die Tafel Offenburg hat darüber hinaus ihr Angebot erweitert: Seit acht Jahren unterrichten ehrenamtlichen Helfer der Tafel Offenburg Kinder ihrer Kunden im Einzelunterricht. Das Angebot des  Nachhilfeunterrichts reicht von „Deutsch für Anfänger“ über „Mathematik“ bis „Latein“. Und beim Ranzenfest erhalten Erstklässler ihre Erstausstattung für den Schulstart.

Die Tafel Offenburg schafft Raum für Begegnungen und ermöglicht so den Aufbau von sozialen Netzwerken. Menschen mit den unterschiedlichsten Lebens- und Berufserfahrungen begegnen sich hier, knüpfen Kontakte, tauschen Informationen aus. Oft engagieren sich Bedürftige selbst als ehrenamtliche Helferinnen und Helfer.

Dr. Ulrich Kleine, Vorstand E-Werk Mittelbaden, dankt dem Vorstandsgremium der Tafel Offenburg: „Die Leistung, die Sie erbringen, ist nicht nur bemerkenswert, sondern erwähnenswert. Es ist wichtig, dass es Menschen wie Sie gibt und Ihre Organisation unterstützt wird. Denn die Aufgabe, die Sie leisten, ist ein Gemeinschafts- und Gesellschaftswerk. Für Ihr bevorstehendes 25-jähriges Bestehen im Juli 2020 wünschen wir Ihnen viele Unterstützer und danken Ihnen allen für Ihr Engagement.“

Wolfhart von Zabiensky, Vorsitzender der Tafel Baden-Württemberg e.V.: „Die Tafelbewegung hat sich immer an zwei Vorgaben orientiert, einer mehr ökologisch eingerichteten ‚Lebensmittel retten‘ und einer sozialen ‚Menschen helfen‘. Noch vor wenigen Monaten hatte der erste Schwerpunkt ‚Lebensmittel retten‘ bei den Tafeln oberste Priorität. Dies vor allem über die große Debatte zur Klimakrise und der Fridays-For-Future-Bewegung. Mit der Corona-Krise hat sich das radikal geändert. Jetzt steht ‚Menschen helfen‘ eindeutig im Vordergrund der Tafelarbeit. Dieser schnelle Wechsel von einem zu anderen Schwerpunkt der Tafelarbeit geschieht nicht ohne eine interne Auseinandersetzung zum Selbstverständnis der Tafelbewegung. Auch für den Landesverband und die Tafeln in Baden-Württemberg steht der Fokus der Arbeit derzeit eindeutig auf dem Schwerpunkt ‚Menschen helfen‘. Zum Selbstverständnis der Tafeln gehört aber auch, dass die öffentliche Hand dazu in der Verantwortung steht, dass sich alle Bürger ausreichend mit gutem Essen versorgen können, und dass die Tafeln als Ehrenamtsbewegung hier nur eine zusätzliche Unterstützung für Menschen mit wenig Geld anbieten. Dieser Tafel-Grundsatz gilt auch für uns in der Corona-Krise. Tafeln helfen bei der Bewältigung der Krise gerne mit, übernehmen aber keine Verantwortung dafür, dass die ärmeren Teile der Bevölkerung mit Essen versorgt sind. Diese Verantwortung muss beim Staat bleiben, das heißt Kommune, Land und Bund.“