Das E-Werk Mittelbaden hat das Geschäftsjahr 2018 mit einem Jahresüberschuss von rund 11,2 Millionen Euro abgeschlossen. Die Neuregelung zur Berechnung der Pensionsrückstellungen im Jahr 2016 führte mit einem Zeitverzug von zwei Jahren im Jahr 2018 zu einem niedrigeren Ergebnis als im Vorjahr (13,3 Millionen Euro). Operativ ist das zurückliegende Geschäftsjahr mit den Vorjahren vergleichbar. Die Ausschüttung für die Gesellschafter bleibt mit 12 Millionen Euro auf dem Niveau der vergangenen Jahre. Wie im Vorjahr fließen zusätzlich rund acht Millionen Euro Konzessionsabgabe und zwei Millionen Euro Gewerbesteuer direkt zur Finanzierung kommunaler Aufgaben in die Gemeindehaushalte.

Neue Windenergieanlagen auf dem Nillkopf

Seit mehr als 13 Jahren investiert das E-Werk Mittelbaden in den Ausbau nachhaltiger Stromproduktion durch Wasser-, Sonnen- und Windkraft.

Von 2015 bis 2016 entstanden sechs Windenergieanlagen auf der Prechtaler Schanze, die mit ihrer Leistung von 18 Megawatt seither rund 145.000.000 kWh regenerative Energie ins öffentliche Netz einspeisten. Ihre Erzeugungsmengen liegen seit Inbetriebnahme über Plan. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Stromproduktion durch Windenergie im Berichtszeitraum um 7,6 % gesunken, bedingt durch das windschwache und trockene Jahr 2018.

Seit November 2018 sind zwei weitere Windenergieanlagen auf dem Nillkopf auf der Gemarkung Fischerbach in Betrieb, die mit ihrer Leistung von sechs Megawatt seither 10.000.000 kWh Ökostrom erzeugt haben.

Mittig auf der Grenze zwischen der Gemeinde Gutach und der Stadt Wolfach entsteht aktuell eine weitere Windenergieanlage des Typs Enercon E 115. Auf dem Höhenrücken „Am Pilfer“ werden nach dem Ende der Brutzeit die Bauarbeiten im Juli 2019 fortgeführt. Noch in diesem Jahr soll die Anlage in Betrieb gehen.

Sonnenenergie ungebremst

Der Wunsch der Kunden nach Selbstversorgung im Eigenheim ist ungebremst. Unterstützt durch das Pachtmodell „E>Solardach“, stieg die ZahI der Photovoltaik-Anlagen, von 8.432 im Vorjahr auf 8.794 mit einer installierten Leistung von rund 151.974 kWp (Kilowattpeak).

Seit 2009 hat das E-Werk Mittelbaden knapp 50 Anlagen in der Region gebaut und rund 5,5 Millionen Euro investiert. Im Berichtszeitraum kamen PV-Anlagen in Lahr auf der Sporthalle des ehemaligen Landesgartenschaugeländes und mehrere PV-Anlagen auf den sanierten Gebäuden im Kanadaring sowie der Seniorenwohnanlage in Ohlsbach hinzu.

Insgesamt betrug die Erzeugungsmenge der eigenen Anlagen des E-Werk Mittelbaden 75.000.000 kWh an regenerativer Energie.

OrtenauEnergie aus der Region – für die Region

Auf Initiative des E-Werk Mittelbaden ist die Plattform OrtenauEnergie entstanden. Hier können Stromproduzenten aus der Ortenau ihren nicht eigen genutzten Ökostrom gegen marktübliche Konditionen einspeisen. Interessant ist dieses Angebot für PV-Anlagen-Besitzer, deren EEG-Vergütung nach 20 Jahren ausläuft. OrtenauEnergie übernimmt die damit verbundenen administrativen Aufgaben, die jeder Produzent in der Direktvermarktung zu erfüllen hat. Der dort eingespeiste regenerativ erzeugte Strom kann von regionalen Verbrauchern in der Ortenau bezogen werden. Damit erfüllt sich der Wunsch vieler Ortenauer nach transparenter und ökologischer Stromversorgung.

Wasserkraftanlage und Fernwärmenetz versorgen Stadtgebiet in Offenburg

Das Mühlbach-Areal hat zur bestehenden Wasserkraftanlage 2018 ein neues Fernwärmenetz erhalten. Dafür nutzt das E-Werk Mittelbaden die überschüssige Wärme der Gasturbine von Burda Druck. An das Fernwärmenetz sind 42 Wohngebäude auf dem Mühlbach-Areal angeschlossen. Auch die Villa Bauer und der Kindergarten im Mühlbach-Carré sind dabei. Das Gesundheits- und Servicezentrum gehört ebenfalls dazu und profitiert von einer Wärmepumpe, die in den Wintermonaten Wärme liefert und in den Sommermonaten für Kühlung sorgt.

Die Wärmeversorgung Offenburg, eine 49%ige Tochter des E-Werk Mittelbaden, baut die Wärmeversorgung in Offenburg aus und ist für die Wartung der Anlagen verantwortlich. Aktuell wird das Fernwärmenetz im Bereich des Paul-Gerhardt-Werks, in der Schutterwälder Straße in Richtung Eichendorff-Schule und vom Mühlbach-Areal in Richtung Ree-Carré ausgebaut.

Ladeinfrastruktur ausgebaut

Das Ladenetz in der Ortenau wird engmaschiger. Das E-Werk Mittelbaden baut die Infrastruktur für Elektrofahrzeuge durchgängig aus. Heute betreut das Unternehmen 30 Ladestationen, davon eine Schnellladesäule an der Marktscheune in Berghaupten. Weitere Schnellladesäulen sind für die Jahre 2019 und das kommende geplant. 

Umstellung auf moderne Messsysteme hat begonnen

Moderne Messeinrichtungen mit digitaler Anzeige ersetzen die herkömmlichen Stromzähler. Bis zum Jahr 2032 müssen insgesamt 130.000 Zähler im Versorgungsgebiet des E-Werk Mittelbaden getauscht werden. Das durch die regenerative Energiegewinnung veränderte Verbrauchs- und Einspeiseverhalten macht diesen Schritt erforderlich. Das E-Werk Mittelbaden hat 2017 mit der Umstellung auf moderne Messeinrichtungen begonnen und bis heute rund 12.500 Zähler getauscht.

Sichere Datenhäfen in der Ortenau

Aktuell entsteht in Appenweier das erste von zwei hochsicheren und hochverfügbaren Rechenzentren. Verantwortlich für das Projekt ist das 2017 gegründete Joint Venture LEITWERK Rechenzentren Appenweier GmbH, an dem zu gleichen Teilen die LEITWERK AG und die E-Werk Mittelbaden AG & Co. KG beteiligt sind. Ziel des Gemeinschaftsprojekts ist es, der regionalen Wirtschaft sowie öffentlichen Verwaltungen, Behörden, Versorgern und dem Gesundheitswesen IT- und Rechenzentrums-Dienstleistungen in der Region Mittelbaden anzubieten. Bereits im nächsten Jahr startet der Bau des zweiten hochmodernen Rechenzentrums in Lahr. Georedundanz, Kopplung über Richtfunk und Glasfaser soweit eine gedoppelte Stromversorgung sorgen dafür, dass ein System- und/oder Versorgungsausfall faktisch nicht möglich ist. Zu seinem Portfolio zählt das Unternehmen insbesondere Dienstleistungen wie Colocation, Hosting und Managed Services sowie die Rund-um-Betreuung an 365 Tagen im Jahr.

Investitionen

Im zurückliegenden Geschäftsjahr investierte das E-Werk Mittelbaden in Summe 28 Millionen Euro, die in das intelligente Stromnetz, den Bau der Windenergieanlagen und den Bau der Rechenzentren in Appenweier und in Lahr geflossen sind.

Zahlen, Daten und Fakten

Im Geschäftsjahr 2018 betrug der Konzernumsatz 296 Millionen Euro. Die Investitionen lagen bei 28 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss des E-Werk Mittelbaden betrug 11,2 Millionen Euro. Das Unternehmen beschäftigt rund 320 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Das Versorgungsgebiet des E-Werk Mittelbaden umfasst derzeit 34 Gemeinden mit insgesamt rund 286.000 Einwohnern. Im Netzgebiet des E-Werk Mittelbaden sind insgesamt über 7.500 km Leitungen verlegt.