18. Oktober 2019

Es gibt viele gute Gründe, um am Wochenende mal zur Prechtaler Schanze hochzufahren. Die Aussicht ist klasse, die Luft herrlich, weil immer ein frischer Wind weht, und die Wanderwege sind nach dem Bau der Windkraftanlagen so breit, dass Labrador Balou beim Ballspielen eine Riesenfreude hat. Heute aber suchen wir etwas anderes als nur Spaß und Erholung. Bewaffnet mit Weidenkorb und kleinem Messer geht es auf die Suche nach dem Gold des Waldes. Nach dem vielen Regen der vergangenen Tage dürfte es Pfifferlinge, Steinpilze und Co. im Überfluss geben, oder?

Pilze unterm Windrad

Direkt an der Windkraftanlage macht die Suche keinen Sinn. Auf dem Bergrücken ist der Wind zu kräftig und der Boden zu trocken. Orientiert man sich dagegen in Richtung Gutacher Tälersteig und steigt ein wenig hinab in die schattig feuchten Hänge, hat man im September und Oktober gute Chancen auf reiche Beute.

Dabei gilt: Ein Kilo pro Person ist nach dem Waldgesetz völlig in Ordnung. Wer gieriger ist, dem drohen Bußgelder. Diese Gefahr aber droht uns heute nicht – denn entweder ist jemand vor uns aufgestanden oder die Saison hat hier oben noch gar nicht richtig begonnen. Nur ganz vereinzelt lässt sich hier und da ein Pilz blicken und nach anderthalb Stunden ist klar: Wir schauen noch mal woanders …

Gold des Waldes
Exkursion auf dem Nillkopf am 19. Oktober 2019

Sie möchten mehr über unser Windenergieanlagen auf den Nillkopf erfahren?

Die VHS Offenburg bietet in Kooperation mit dem E-Werk Mittelbaden eine Exkursion auf den Nillkopf an. Unser Tourguide Georg Schmid informiert über die regenerative Energieerzeugung und die Windenergieanlagen.

Wenn es oben bei Hornberg nicht läuft, ist das Harmersbachtal mit dem Nillkopf oft eine sichere Bank. Ganz oben auf dem Berg hat das E-Werk Mittelbaden zwei Windkraftanlagen errichtet. Ein paar Höhenmeter darunter aber, auf halbem Weg von Roth nach Hintertal, ist der Wald prächtig dicht, durchzogen von kleinen Wasserläufen und damit auch im August und September bereits mit dem perfekten Pilz-Klima gesegnet. Schon auf dem Weg in den Wald entdecken wir die ersten Exemplare – und das aus dem Auto heraus. Goldröhrlinge stehen in leuchtendem Gelb direkt am Wegesrand.

Unser primäres Ziel aber sind Pfifferlinge. Die kleinen Leckerbissen finden sich oft in der Nähe von Fichten, nach denen wir als Erstes Ausschau halten. Wo dann noch Moos, Gras und Farn wächst, darf man gern noch ein wenig genauer hingucken – denn in deren Gesellschaft fühlen sich Pfifferlinge sauwohl. Und tatsächlich: Oberhalb einer kleinen Quelle erstreckt sich ein ganzes Feld! In Gruppen von zwei, vier oder auch zehn kleinen Fruchtkörpern stehen sie beisammen und wandern einer nach dem anderen in unseren Korb.

Dass sich zwischendurch auch andere Pilze blicken lassen: klar. Dabei aber gilt: nur gucken, nicht anfassen! Pflücken darf man wirklich nur, was man ganz sicher kennt! Denn auch auf dem Nillkopf oder bei Gutach wachsen giftige Pilze wie der spitzgebuckelte Raukopf, der zu Nierenversagen führen kann und immer wieder Menschen in die Uniklinik Freiburg bringt.

Reiche Beute auf dem Nillkopf

Unsere Autoren waren erst rund um die Prechtaler Schanze unterwegs: Dort allerdings fanden sich Ende August bei sonnigem Spätsommerwetter doch noch mehr Brombeeren als Pilze. Besser sind die Aussichten im September und Oktober, wenn es kühler und feuchter wird.

Reiche Beute dagegen ließ sich auf dem Nillkopf machen. Gut hundert Höhenmeter unter den dortigen Windrädern sorgen kleine Quellen und Wasserläufe dafür, dass der Waldboden schon im Spätsommer die richtige Feuchtigkeit hat. Wer dann Ausschau nach Fichten und spärlichem Bewuchs auf nährstoffarmen Böden sucht, wird schnell fündig. Was man dann aus den Pilzen macht, ist natürlich jedem selbst überlassen – unsere Autoren schwören auf breite Nudeln mit Pfifferlingen in Sahne oder würziges Risotto …

Fotos: Jigal Fichtner

Windenergieanlage Prechtaler Schanze
Pfifferlinge
Saftige Brombeeren
Pilzsuche an den Hängen
Pilzsuche im Wald
Korb mit Pfifferlingen
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