4. November 2019 - Lesezeit: 8 Min


Der nächste Winter kommt bestimmt. Er ist einer der Gründe, warum die Netze Mittelbaden regelmäßig mit dem Hubschrauber die Stromleitungen in der Ortenau überprüfen. Bis auf einen Meter fliegt Pilot Uwe Heins seinen Hubschrauber an die unter Hochspannung stehenden Strommasten heran. Nur so kann er kleinere Schäden an Leitungen oder Isolatoren mit dem bloßen Auge erkennen, die Co-Pilot Pierre Brehm protokolliert. Dies ist nötig, um frühzeitig Maßnahmen dagegen ergreifen zu können, dass irgendwann der Strom ausfällt.

„Uns liegt die Versorgungssicherheit unserer Kunden am Herzen“, sagt Edgar Brucker als Verantwortlicher von Netze Mittelbaden.

Themperaturunterschiede in den Leitungen deuten auf mögliche Schäden hin

„Aus der Luft können Schäden noch vor Eintritt einer Störung festgestellt und unverzüglich behoben werden“, erklärt der Bezirksstellenleiter beim Ortstermin in Fischerbach. Die Sonnenterasse des Kinzigtals, wie sich die kleine Gemeinde gern nennt, ist in diesem Herbst der Ausgangspunkt für die Befliegung der Leitungstrassen gewesen. So leicht und elegant es auch aussieht: Der Helikopter der von Netze Mittelbaden beauftragten Firma fliegt vorwiegend bewaldete Gebiete oder Strecken ab, die erfahrungsgemäß verstärkt durch Blitzschlag sowie Sturmschäden gefährdet sind. Thermograf und Elektromeister Daniel Isch ist der dritte Mann an Bord. Er macht zusätzlich Aufnahmen mit einer Wärmebildkamera: „Temperaturunterschiede deuten stets auf Schadstellen hin“, sagt er, „die werden umgehend protokolliert“. Die herbstliche Flugroute umfasste dieses Mal die Städte und Gemeinden Bad Rippoldsau-Schapbach, Fischerbach, Friesenheim, Gutach, Hausach mit Schiltach und Schenkenzell, Hofstetten, Hohberg, Hornberg-Reichenbach, Lahr, Mühlenbach, Offenburg, Schenkenzell-Kaltbrunn und Wolfach mit Oberwolfach.

Die Netzbetreiber sind dazu verpflichtet, ihre Hochspannungsleitungen (20000 Volt) im Versorgungsgebiet regelmäßig zu überprüfen. „Im Abstand von zwei Jahren kontrollieren Fachkräfte die Leitungsstrecken aus der Vogelperspektive“, sagt Anthea Götz, die Leiterin der Unternehmenskommunikation des E-Werk Mittelbaden. Im Wechsel werden dabei die Rheinebene von Kehl bis Offenburg sowie das Ried und das Kinzigtal nebst Schuttertal und Lahr beflogen. Insgesamt sind dieses Mal innerhalb einer knappen Woche rund 180 Kilometer Freileitungen samt Masten geprüft worden.

Die protokollierten Schäden werden in drei Kategorien eingeteilt: Solche Beschädigungen, die unverzüglich behoben werden müssen, weil sie die Stromversorgung gefährden oder selbst eine Gefahr darstellen, Schäden, deren präventive Behebung in den anschließenden Wochen erfolgt, und solche Schäden, die im Anschluss über Monate hinweg nach und nach abgearbeitet werden können. Dazu gehören bisweilen auch die Erneuerung von Fundamenten oder die Entfernung von starkem Pflanzenbewuchs.

Kontrolle aus der Luft
Helden der Lüfte

Pilot Uwe Heins fliegt seit 1962, überprüft seit 1974 regelmäßig Stromleitungen mit dem Helikopter. Seit nahezu 30 Jahren arbeitet er auch für Netze Mittelbaden. Auf die Frage, ob sein Beruf gefährlich sei, winkt er ab: "Wir sind doch keine Stuntmen", sagt er. Das Fliegen des Hubschraubers sei für ihn wie für andere das Fahren eines Fahrrads: "Mensch und Maschine werden eins, sobald die Rotorblätter sich drehen." Zu dritt bilden er und seine Crew ein eingespieltes Team, wenn es um das Betrachten und Fotografieren der Leitungen und Masten geht: "Wir sind gut ausgebildete Handwerker mit einem etwas lauteren Gerät", sagt Heins.

Piloten und Mitarbeiter von Netze Mittelbaden
Sicht aus dem Cockpit
Überprüfung der Stromleitungen
Die Piloten: Uwe Heins und Pierre Brehm
Edgar Brucker, Netze Mittelbaden
Helicopter im Anflug
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Kommentare

Bezüglich der o. g. Maßnahme möchte ich bitten, dass die Flüge früher angekündigt werden. In der Tageszeitung OT war dies erst
am Donnerstag zu lesen. Bei uns im Langenbachtal wurde mit dem Kontrollflüge mit Wärmebildkamera`s bereits am Montag begonnen. Wir haben einen gewerblichen Pferdebetrieb, da ist es sehr wichtig zu erfahren, wann die Flüge stattfinden.

Hallo Frau Fahrner,

danke für den Hinweis. Wir nehmen Ihr Anliegen ernst und überprüfen den Zeitpunkt der Ankündigungen in der Presse und in den Gemeindeblättern.
Ihr E-Werk Mittelbaden

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